Ev.Kirche Contwig

Gegen 1100 entstand an der gleichen Stelle, an welcher sich das heutige Gebäude der Kirche befindet, ein erstes Gotteshaus. Es war die 6. Gründung des Klosters Hornbach, das Kirchlein war dem Apostel Thomas geweiht. Da die Kirche nie ganz zerstört wurde, könnten die Fundamente des heutigen Kirchturms aus dieser Zeit stammen. Im Jahre 1482 waren größere Instandsetzungsarbeiten am Kirchturm notwendig geworden. Um 1533 wurde durch die Reformation die Thomaskirche zum Gotteshaus der lutherischen Gemeinde. Die heutige Kirche wurde in der Zeit von 1781 - 1784 im späten Barock bzw. frühklassizistischem Saalbau errichtet. Während des 30-jährigen Krieges wurde das Gebäude stark beschädigt, aber nach den Kriegswirren sofort wieder repariert. Durch die französische Besatzung wurde 1684 das Simultaneum - d. h. Mitbenutzungsrecht - für die Katholiken verordnet. Die Kirche wurde dann bis 1905 gemeinsam von Katholiken und Evangelischen genutzt. In dieser Zeit war auch der um die Kirche liegende Friedhof geteilt, im oberen Teil fanden die Katholiken ihre letzte Ruhestätte, im unteren Teil die Evangelischen. 1832 wurde der Friedhof um die Kirche geschlossen. Weil in der Vergangenheit immer nur die schlimmsten Schäden behoben wurden, stürzte eines Tages die untere Außenmauer ein. Daher bemühte man sich um einen Neubau. In den Jahren 1781-1784 wurde dann an gleicher Stelle ein neues Kirchenschiff errichtet und der bestehende Turm erneuert. Nach der Fertigstellung erhielt der Turm 3 neue Glocken und eine neue Uhr.

 
Der Aufgang über die Holztreppe zur Empore und zur Orgel ist ebenfalls weiß gestrichen. So wird der Besucher von jedem Platz im Kirchenschiff von der weißen Farbgebung beeindruckt.  ddd  Die Orgel wurde am 23. April 1843 von den Orgelbauern Franz Heinrich Stumm und Carl Stumm aus Rhaunen-Sulzbach geliefert. Im Kriegsjahr 1917 wurden die Zinnpfeifen der Orgel für Kriegszwecke beschlagnahmt und durch Holzpfeifen ersetzt.

 

 

Vor der Innenrenovierung der Kirche hatte die Gemeinde überlegt, ein Kirchenfenster mit künstlerischen Ausgestaltung anzuschaffen. Es sollte ein Motiv sein, das einen wesentlichen Bestandteil des Glaubens beinhaltet und auch an Martin Luther erinnert.  Der Künstler Krumholz aus Bergzabern erhielt dazu den Auftrag. Das 2. Fenster erinnert an die Aussage Jesu: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben". Die Bibel als Grundlage des Glaubens ist im unteren Teil des Fensters dargestellt.  Auf den Reformator der Kirche wird über sein Siegel, die Lutherrose, hingewiesen. Am Pfingstfest 1991 konnte das neue Fenster  der Kirchengemeinde vorgestellt werden.